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Verzicht auf das Bankkundengeheimnis

Die WIR Bank Genossenschaft erfindet die WIR-Welt neu: Nebst neuem Auftritt und neuen digitalen Produkten und Dienstleistungen wird der gegenseitige Austausch im KMU-Netzwerk kĂŒnftig erleichtert und gestĂ€rkt. Deshalb verzichten die Kunden der WIR Bank ab sofort auf das Bankkundengeheimnis.

Basel, 1. November 2016 | Das weltgrösste KomplementÀrwÀhrungssystem WIR wird modernisiert: Nebst dem grössten Relaunch in der 82-jÀhrigen Geschichte der WIR Bank Genossenschaft mit komplettem Rebranding und einer massiven StÀrkung der digitalen Positionierung (siehe dazu Medienmitteilung «StÀrkung der Schweizer KMU: WIR wird neu») revolutioniert die Bank auch ihre Kundenbeziehungen.

Der Fokus der WIR Bank liegt auf dem Netzwerk jener Schweizer KMU, die aktiv am WIR-System teilnehmen. «FĂŒr diese Kunden sind der gegenseitige Austausch und eine effiziente GeschĂ€ftsabwicklung zentral», erklĂ€rt Germann Wiggli, Vorsitzender der GeschĂ€ftsleitung der WIR Bank. «Daher erachten wir auch das Bankkundengeheimnis als unzeitgemĂ€ss, weshalb der Neukunde ab sofort darauf verzichtet.» Bis Ende 2017 soll zudem von sĂ€mtlichen bestehenden Kunden eine Entbindung vom Bankkundengeheimnis vorliegen.

Die WIR Bank ist als grundsolide Bank heute ausschliesslich in der Schweiz und insbesondere mit KMU-Kunden und deren Mitarbeitenden tĂ€tig. «Als eine der ersten Banken haben wir die Weissgeldstrategie konsequent umgesetzt und uns von unseren wenigen Auslandkunden verabschiedet», sagt Wiggli. Das Bankkundengeheimnis dient der Geheimhaltung der Daten von Auslandkunden und richtet sich gegen auslĂ€ndische Steuerbehörden. «FĂŒr eine Bank, die sich auf den Schweizer Markt konzentriert, ergibt es folglich keinen Sinn, am Bankkundengeheimnis festzuhalten.» SelbstverstĂ€ndlich stellt die WIR Bank den Persönlichkeitsschutz und den Datenschutz ihrer Kunden weiterhin sicher.

Hauptaufgabe des strafrechtlichen Schutzes durch das Bankkundengeheimnis war, das erschĂŒtterte Vertrauen in den Finanzplatz Schweiz in den 1920er- und 1930er-Jahren international zu stĂ€rken. Das damalige internationale Umfeld sowie die fehlende Amtshilfe bei Verdacht auf Steuerhinterziehung förderten die Steuerflucht in die Schweiz – Bankspionage durch auslĂ€ndische Behörden und gesperrte Kundenvermögen bei Auslandniederlassungen waren die Folge. Schweizer Banken gerieten zunehmend in BedrĂ€ngnis. Auch heute dient das Bankkundengeheimnis nicht zum Schutz des hiesigen Bankkunden.

Kommt hinzu: Mit dem Inkrafttreten des FATCA-Abkommens («Foreign Account Tax Compliance Act») im Juni 2014 und der EinfĂŒhrung des Automatischen Informationsaustauschs (AIA) per 1. Januar 2017 ist das Bankkundengeheimnis gegenĂŒber auslĂ€ndischen Steuerbehörden de facto aufgehoben. «Wir rechnen damit, dass der AIA bald auch auf inlĂ€ndische Bankkunden ausgeweitet wird», sagt Wiggli.

Verzicht auf das Bankkundengeheimnis (PDF)